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BetriebAktualisiert Florian Apel

Was kostet Kubernetes auf Scaleway wirklich?

Die Node-Preise sind der kleinste Teil. Wer Kubernetes auf Scaleway kalkuliert, braucht fünf Posten, und der teuerste steht auf keiner Preisliste.

Titelbild: Was kostet Kubernetes auf Scaleway wirklich?

Wer zum ersten Mal einen Kapsule-Cluster kalkuliert, schaut auf den Preis pro Node und ist erleichtert. Dann kommt die erste Monatsrechnung, und sie ist doppelt so hoch. Nicht, weil Scaleway teuer wäre, sondern weil ein Cluster aus mehr besteht als aus Nodes. Dieser Beitrag geht die fünf Posten durch, die jede ehrliche Rechnung braucht, und endet mit dem, der auf keiner Preisliste steht.

Posten 1: Die Steuerungsebene

Bei Kapsule ist die geteilte Steuerungsebene kostenlos. Sie zahlen nichts für den API-Server, etcd oder den Scheduler, solange Sie mit der mutualisierten Variante auskommen. Dedizierte Steuerungsebenen kosten extra, laut Scaleway-Preisliste ab rund 80 € im Monat (Stand September 2026), und bringen zwei Replikate, ein SLA von 99,5 % und Platz für mehr Nodes. Sie lohnen sich, wenn der Cluster geschäftskritisch ist oder über 150 Nodes wächst. Für die meisten SaaS-Anbieter mit ein paar Dutzend Namespaces reicht die geteilte Variante über Jahre.

Posten 2: Nodes

Der offensichtliche Posten. Entscheidend ist nicht der Stundenpreis eines Node-Typs, sondern die Frage, wie viele Nodes Sie wirklich brauchen. Drei Regeln aus dem Betrieb:

  • Requests bestimmen die Zahl der Nodes, nicht Limits. Kubernetes plant Pods nach ihren Requests. Wer jedem Service 1 vCPU reserviert, obwohl er 100 Millicores braucht, bezahlt zehnmal so viele Nodes wie nötig.
  • Zwei kleine Nodes sind robuster als ein großer. Fällt ein Node aus oder wird beim Upgrade entleert, läuft die Anwendung auf dem anderen weiter.
  • Autoscaling der Pools spart nachts. Ein Pool mit Minimum zwei und Maximum fünf Nodes deckt den Tag ab und schrumpft, wenn niemand arbeitet.

Im Cockpit von Clusterward stehen Requests und Limits pro Service getrennt, damit genau diese Rechnung sichtbar bleibt: reserviert gegen maximal, siehe Deployments.

Posten 3: Load Balancer

Jeder Ingress-Controller braucht einen Scaleway Load Balancer, und der hat einen festen Monatspreis. Das ist der Posten, der Anfänger überrascht. Zwei Konsequenzen:

  1. Ein Controller pro Cluster, nicht einer pro Anwendung. Alle Hosts eines Clusters laufen über denselben Load Balancer, der Controller verteilt nach Hostnamen.
  2. Ein zweiter Controller, etwa Envoy Gateway neben nginx, bedeutet einen zweiten Load Balancer. Während eines Controller-Wechsels laufen beide, und der zweite Load Balancer kostet so lange, bis Sie den alten Controller entfernen.

Posten 4: Datenbanken, Storage, Registry

Managed Databases sind bei Scaleway nach Instanzgröße bepreist, unabhängig davon, wie viele Datenbanken darauf liegen. Für SaaS heißt das: eine Instanz, viele Datenbanken, eine pro Kunde. Das ist billiger als eine Instanz pro Kunde und trennt die Daten trotzdem sauber über Rollen. Block Storage für Volumes und Object Storage für Uploads kosten nach Gigabyte, die Container Registry nach gespeicherten Images. Alle drei sind im Vergleich zu Nodes und Load Balancer klein, aber sie wachsen, wenn niemand alte Images und Snapshots aufräumt.

Posten 5: Betriebszeit

Der teuerste Posten. Wer einen Cluster selbst betreibt, bezahlt ihn mit Stunden: Terraform pflegen, Helm-Charts aktualisieren, Zertifikate im Blick behalten, das Onboarding-Skript für den nächsten Kunden anpassen, den Kollegen einarbeiten, der das alles übernehmen soll. Diese Stunden stehen auf keiner Scaleway-Rechnung, aber sie sind der Grund, warum Kubernetes im Mittelstand als teuer gilt. Und diese Stunden hängen oft an einer einzigen Person. Was das für die technische Leitung bedeutet, steht unter Für CTOs, wie Sie es ändern, in Bus-Faktor 1: Wenn der Cluster nur einem Kollegen gehört.

Die Nodes kosten dreistellig im Monat. Die Person, die sie betreibt, kostet fünfstellig.

Genau hier setzt eine Control Plane an. Sie ersetzt nicht Scaleway, sondern die Stunden dazwischen. Clusterward rechnet dafür nach Clustern ab, alles andere ist unbegrenzt, siehe Preise.

Wie verteilen sich die Kosten typischerweise?

Posten

Was zählt

Typischer Anteil

Steuerungsebene

Kostenlos in der geteilten Variante

0 %

Nodes

Requests, nicht Limits; Autoscaling

40 bis 60 %

Load Balancer

Einer pro Ingress-Controller

10 bis 20 %

Datenbanken, Storage, Registry

Instanzgröße, Gigabyte, alte Images

20 bis 30 %

Betrieb

Stunden, die nirgends stehen

Der Rest, oft mehr als alles andere

Die Anteile sind Erfahrungswerte aus kleinen und mittleren Installationen und keine Preisliste. Rechnen Sie mit dem Scaleway-Kalkulator für Ihre Node-Typen und Regionen, und setzen Sie den fünften Posten ehrlich an. Wer ihn weglässt, vergleicht Kubernetes mit einer Plattform wie Vercel oder Heroku und wundert sich, warum die Plattform gewinnt.

Wie rechnen Sie ohne Preisliste?

Nehmen wir eine SaaS mit zwölf Kunden, jeder als eigene Namespace mit einem Pod, dazu eine Admin-Oberfläche und eine API. Das sind vierzehn Workloads. Mit ehrlichen Requests von 200 Millicores und 256 MB pro Pod brauchen sie zusammen knapp drei vCPU und vier Gigabyte, plus Reserve für Ingress-Controller, cert-manager und Metriken. Zwei Nodes mit je vier vCPU und acht Gigabyte tragen das mit Luft für ein Upgrade, bei dem ein Node entleert wird. Dazu ein Load Balancer, eine kleine Datenbankinstanz mit zwölf Datenbanken, wenige Gigabyte Object Storage.

Dieselbe Installation mit Requests von einer vCPU pro Pod, weil "das war der Standardwert im Chart", braucht vier bis fünf Nodes für dieselbe Last. Die Rechnung verdoppelt sich, ohne dass irgendjemand mehr bekommt. Das ist der häufigste Kostenfehler auf Kubernetes, und er ist in zehn Minuten behoben.

Welche drei Fehler kosten Geld?

  • Ein Load Balancer pro Anwendung. Jeder Ingress-Controller bringt einen mit. Wer pro Team oder pro Kunde einen Controller installiert, zahlt pro Team oder Kunde einen Load Balancer. Ein Controller pro Cluster reicht fast immer.
  • Alte Images und Snapshots. Die Registry wächst mit jedem Build, Snapshots mit jedem Zeitplan. Ohne Aufbewahrungsregel zahlt man in einem Jahr für Hunderte Images, die nie wieder jemand startet.
  • Ein Cluster pro Umgebung. Staging und Produktion auf getrennten Clustern klingt sauber, verdoppelt aber Load Balancer und Mindestzahl an Nodes, bei dedizierter Steuerungsebene auch deren Kosten. Getrennte Namespaces auf einem Cluster reichen, bis ein Kunde vertraglich etwas anderes verlangt.

Fazit

Kubernetes auf Scaleway ist günstig, wenn Requests stimmen, ein Load Balancer reicht und niemand wöchentlich Stunden in den Betrieb steckt. Die ersten beiden Punkte sind Handwerk. Den dritten löst man mit einem Team, das Kubernetes gern betreibt, oder mit einer Control Plane, die es für einen tut. Wie der Einstieg aussieht, steht unter Erste Schritte.

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Quellen und weiterführende Links

Häufige Fragen

  • Ja, die geteilte Steuerungsebene von Kapsule ist kostenlos: Sie zahlen nichts für API-Server, etcd oder Scheduler. Dedizierte Steuerungsebenen kosten laut Scaleway-Preisliste ab rund 80 € im Monat (Stand September 2026) und bringen zwei Replikate, ein SLA von 99,5 % und Platz für mehr Nodes.